++ Das Wunder der Görlitzer Altstadtmillionen ++

Am Donnerstag, dem 24. August 2017, findet der erste von vier Kulturgeschichtlichen Spaziergängen zu Orten der Reformation statt. Treffpunkt ist 17:00 Uhr am Kaisertrutz.

Ines Haaser führt Sie vom Reichenbacher Turm, wo 1538 die seit 1525 der Reformation anhängenden Görlitzer ihren katholischen habsburgischen Landesherren König Ferdinand I. begrüßten, zur früheren Privatkapelle von Hans Frenzel in der Annengasse und zu den Epitaphien der Familien Schütze und Ender in der Frauenkirche, weiter zur Verrätergasse, wo mit einer Tafel an den Aufstandsversuch der Görlitzer Tuchmacher aus dem Jahr 1527 erinnert wird. Der Spaziergangs endet an der ehemaligen Klosterkirche, heute Dreifaltigkeitskirche, auf dem Obermarkt.

Eine Woche später, am 31. August, 17:00 Uhr ab Barockhaus Neißstraße 30 können Sie am zweiten Spaziergang teilnehmen. Historikerin Ines Haaser beginnt ihre Ausführungen am Frenzelhof, führt Sie zur Rathaustreppe und in den Rathaushof. Von dort gehen Sie wenige Schritte bis zum Untermarkt 25, wo einst die Familie Ender residierte. Sie halten an der Ratsapotheke und  gehen dann bis zur alten Schule Krebsgasse.

Kosten für die Spaziergänge pro Person: 5,00 €/ermäßigt 3,50 €

+++

Auch „Über den Dächern von Görlitz“ ist das Wunder der Görlitzer Altstadtmillion spürbar. Etwas abseits vom Altstadtfest-Trubel begrüßt Ruth-Andrea Müller von der Evangelischen Innenstadtgemeinde am Freitag, dem 25. August 2017, 18:00 Uhr interessierte Teilnehmer herzlich zum Eigentümergespräch an der Frauenkirche.
Sie macht die Gäste auf die architektonischen Besonderheiten der Kirche vom Innenraum bis zum Dachstuhl aufmerksam und geleitet sie in atemberaubende Höhe.

Dachstuhl der Frauenkirche – Foto: Markus Hilbich, Berlin

Das spätgotische Gebäude wurde 1473 geweiht. Die Steinmetzarbeiten am Westportal mit der Verkündigungsgruppe, die Schlusssteinreliefs, die Maßwerke der Fenster und die Brüstung der Orgelempore gehören zu den qualitätsvollsten ihrer Art in der Oberlausitz. Die heutige neogotische Ausstattung stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die Kirche durch die anwachsende Görlitzer Bevölkerung eine eigene Gemeinde erhielt.

Vom ersten Spendenjahr 1996 an bis 2013 unterstützte die Altstadtstiftung immer wieder die Restaurierungsvorhaben. Ging es anfangs um vergleichsweise kleinere Arbeiten an den Fenstern der Sakristei, so wurde seit 2001 die Generalsanierung unterstützt. Dank des großen Engagements der Kirchgemeinde, der Förderungen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Altstadtstiftung konnte diese innerhalb von knapp zehn Jahren umgesetzt werden.

Ein während der Sanierung aufgefundenes originales Oberteile der Standleuchter von 1870/71 aus dem Altarraum wird in der Sonderausstellung im Kaisertrutz gezeigt. Auch die Holzscheibe und der Holznagel stammen aus dem Dachstuhl des Chores der Frauenkirche. Eine Dendrochronologie ergab, dass diese Holzscheibe von einem Baum stammt, der im Winter 1445/46 gefällt worden, wahrscheinlich 130 Jahre alt und 30 Meter hoch war.

Die Zahl der Teilnehmer ist auf 15 Personen begrenzt. Wir empfehlen Ihnen eine Voranmeldung unter Telefon 03581/67-1420.

Beitrag: Kerstin Gosewisch – Öffentlichkeitsarbeit Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur