++ „Die Bobertalbahn – Mit der Eisenbahn von Hirschberg nach Löwenberg“ ++

100 Jahre alte Fotoaufnahmen zeigen Bahnstreckenbau in Schlesien – 
Schlesisches Museum zu Görlitz eröffnet erste Sonderpräsentation

Arbeiter an einem Zug mit Dampflok der Firma Krauss & Co. in der Nähe des Ortes Mauer, 1902–1912. Foto: MJG

Ab 15. Oktober bis 14. Januar 2018 lädt das Schlesische Museum zu Görlitz zu veranstaltungsreichen Aktionstagen zur Ausstellung „Achtung Zug! 175 Jahre Eisenbahn in Schlesien“ ein. Ein Höhepunkt des Programms ist die Eröffnung der ersten ergänzenden Sonderpräsentation um 11:00 Uhr. Unter dem Titel „Die Bobertalbahn – Mit der Eisenbahn von Hirschberg nach Löwenberg“ werden 32 historische Fotografien aus dem Bestand des Muzeum Karkonoskie w Jeleniej Górze (Riesengebirgsmuseum Hirschberg) gezeigt. Sie dokumentieren den Bau der Eisenbahnstrecke Hirschberg – Löwenberg, die am 28. September 1909 in Betrieb genommen wurde. Ihre langwierige Entstehung ist eng mit dem Bau der Bobertalsperre verbunden. Die eindrucksvollen Aufnahmen verdeutlichen den Fortschritt des Vorhabens und die Herausforderungen für Mensch und Maschine.

Montage des Eisenbahnviadukts über dem zukünftigen Stausee, 1908/09. Foto: MJG

Schon seit den 1880er Jahren gab es Pläne zum Bau einer Eisenbahnlinie von Hirschberg nach Löwenberg, doch waren diese wegen der geografischen Lage entlang des Tales mit seinen Gefällen und Bergen zu kostspielig. Sie sollten erst zwei Jahrzehnte später verwirklicht werden, als man nach dem verheerenden Jahrhunderthochwasser des Bobers und seiner Zuflüsse von 1897 endlich beschloss, eine Talsperre bei Mauer zu errichten. Seit 1902 wurden die Talsperre und die Bahnlinie parallel gebaut, wobei die Eisenbahn das wichtigste Transportmittel für die Baumaterialien der Talsperre war. Die größte Herausforderung stellte der Abschnitt in der Nähe der Talsperre bis nach Lähn dar, wo drei Tunnel geschlagen und mehrere Viadukte errichtet werden mussten.

Tunnelbau unter dem Hofeberg, 1909. Foto: MJG

Die Fotografien aus der Bauzeit sind ergänzt um aktuelle Bilder von der Strecke. Die Präsentation wurde vom Schlesischen Museum und dem Hirschberger Partnermuseum gemeinsam vorbereitet. Es erscheint eine Broschüre mit allen Aufnahmen und einem Aufsatz von Robert Rzeszowski zur Genese der Bobertalbahn. Zur Eröffnung im Schlesischen Museum wird die Direktorin des Riesengebirgsmuseum, Frau Gabriela Zawiła, anwesend sein.

Das Projekt wurde durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung Interreg Polen-Sachsen gefördert.

Ausblick auf weitere Sonderpräsentationen:
Januar/Februar 2018
Waggonschilder aus der Sammlung des Muzeum Regionalne w Lubaniu / Regionalmuseums Lauban
Mai 2018
Modellanlage der Zackenbahn von Hirschberg nach Grünthal/Polaun des Vereins Schlesische Gebirgsbahnen, Dresden (mit Fahrbetrieb an den Wochenenden)

– Eintritt: 6,00 €, ermäßigt 4,00 €, kostenlos für Besucher bis 16 J.
– Eintritt frei für Inhaber der SZ-Card und eine Begleitperson

Beitrag: Dr. Martina Pietsch – Historikerin / Öffentlichkeitsarbeit Schlesisches Museum zu Görlitz